Delegiertentagung des BVPR (Bund) in Aachen:Bundesweite Perspektiven für den Beruf geschärft


Bei der diesjährigen Delegiertentagung des Bundesberufsverbandes der Pastoralreferent:innen in Aachen war auch das Bistum Trier wieder vertreten. Für den Diözesanverband nahm Michael Michels als Delegierter an den Beratungen teil und brachte die Perspektiven aus Trier in die bundesweite Diskussion ein.
Im Mittelpunkt der Tagung stand die Weiterarbeit am Selbstverständnis des Bundesberufsverbandes. Ziel ist es, das Profil der Pastoralreferent:innen klarer zu konturieren und zugleich für den Verband die Grundlage für eine stärkere Sichtbarkeit und Mitgliedergewinnung in den Diözesen zu schaffen. Die erarbeiteten Ergebnisse sollen zeitnah zur Weiterarbeit vor Ort zur Verfügung gestellt werden.
Aus Sicht von Michael Michels verbindet sich diese Arbeit mit einem überdiözesanen, kritischen Befund: In vielen Diözesen ist eine Nivellierung der Berufsprofile erkennbar. Gespräche mit Bischöfen sowie der Austausch mit Kolleg:innen aus verschiedenen Bistümern legen nahe, dass dieser Eindruck kein Einzelfall ist. Vielmehr scheint es vielerorts an einer klaren Vision zu fehlen, wie in Zeiten zunehmend individualisierter und ausdifferenzierter beruflicher Rollen mit dem grundlegenden Potenzial zweier unterschiedlicher Berufsgruppen umgegangen werden soll – mit jeweils eigenen Stärken, Prägungen und Ausbildungswegen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Auswertung einer Umfrage zu multiprofessionellen Teams. Die Rückmeldungen aus den Bistümern zeigen ein sehr unterschiedliches Bild hinsichtlich Zugangswegen, Anstellungsformen und konkreter Zusammenarbeit. Deutlich wurde dabei auch, dass vorhandene Kompetenzen nicht immer ihrem Potenzial entsprechend genutzt werden. Umso wichtiger bleibt die Frage, wie multiprofessionelle Zusammenarbeit künftig so gestaltet werden kann, dass sie die Qualität pastoraler Arbeit stärkt.
Mit Blick auf die kommenden Tagungen wurden zudem inhaltliche Schwerpunkte gesetzt: In Paderborn im November 2026 wird das Thema „Rechtsdruck und Kirche“ im Fokus stehen, in Augsburg im Frühjahr 2026 „Synodalität, Macht und Gewaltenteilung“. Darüber hinaus wurde ein wachsender Fortbildungsbedarf sichtbar, insbesondere im Umgang mit psychischen Erkrankungen, die in der pastoralen Praxis zunehmend eine Rolle spielen.
Ein besonderer Moment der Tagung war der Austausch mit Helmut Dieser. Er begegnete der Berufsgruppe der Pastoralreferent:innen mit Wertschätzung und stellte selbst die prägnante Frage, wie deren theologische und pastorale Kompetenzen künftig noch besser zur Geltung kommen können.
Die Tagung in Aachen hat damit nicht nur wichtige inhaltliche Impulse gesetzt, sondern auch Perspektiven für die weitere Arbeit eröffnet. Michael Michels schließt sich diesem positiven Fazit für den Diözesanverband Trier ausdrücklich an: Die auf Bundesebene diskutierten Themen sind auch für die Situation im Bistum Trier relevant und bieten gute Anknüpfungspunkte für die Weiterentwicklung der Verbandsarbeit vor Ort.
