PastoralreferentInnen wählen Ex-Synodalen in ihre SprecherInnenGruppe

„Synode soll Praxis werden – wir sind dabei“

Podium bei der Jahrestagung.
Jessica Schneider - Natascha Rosellen - Christian Otterbach moderiert - Hans Joachim Sander - Bischof Stephan Ackermann

Eine gute Führung schafft Räume, in denen das Leben sich selbstgesteuert entfalten kann. Diese Erfahrung von Führungskräften in Wirtschaftsunternehmen brachte Dr. Natascha Rosellen (Tübingen) bei der Jahrestagung der Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten als Vorschlag auch zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier ein. Dabei blickte sie insbesondere auf den „Perspektiv-Wechsel 2“ der Synode: Das Bistum will mehr als bisher fördern, dass Christinnen und Christen ihre „Charismen“, also von Gott geschenkte Gnadengaben, entfalten und für das Leben der Kirche einsetzen. Aufmerksame Zuhörer und Gesprächspartner waren auch Bischof Stephan Ackermann und sein Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg.

Die Pastoralreferenten sehen sich in der Lage und sind bereit, ihre Kompetenzen auch in die neuen Leitungs-Teams zum Beispiel in den Pfarreien der Zukunft einzubringen; das wurde in Arbeitsgruppen und Plenumsdiskussionen deutlich. Sie sollten aber unbedingt darauf achten, die neuen Räume zu befreien von zu viel Ballast aus alten Gewohnheiten und Erwartungen, appellierte der aus dem Saarland stammende Professor Hans Joachim Sander (Salzburg) an die Seelsorgerinnen und Seelsorger und an die Bistumsleitung. Dann könnten auch in großen Räumen neue Erfahrungen mit Gott „passieren“. Man sollte doch in jedem neuen Raum etwas ausprobieren, was noch nie getan wurde; und dann schauen, was passiert. Dazu berichtete Sander von einem Experiment: Studentinnen hätten in einer Fußgängerzone zwei Stühle aufgestellt, einen davon besetzt und per Transparent eingeladen: „Erzähl mir was, ich hör dir zu.“ Die Menschen hätten in Schlangen angestanden.

Neues ausprobieren und neue Fehlerkultur

Hilfreich sei dabei, wenn von Anfang an auch eine neue Fehlerkultur Einzug hält: In kleinen Gemeinschaften und größeren Einheiten müsse es möglich sein, dass Ehrenamtliche und Hauptamtliche experimentieren und nach neuen Wegen suchen. Mehr Selbststeuerung und mehr synodale Leitung könnten auch zu unerwarteten und sinnvollen Entwicklungen führen. Eine Pastoralreferentin aus Koblenz trug dazu eine ganz persönliche Erfahrung bei: Viele neue Perspektiven hätten sich für sie eröffnet, „seit ich mir angewöhnt habe, täglich auf wenigstens zwei ganz fremde Menschen zuzugehen und mit ihnen zu reden.“ 

Ein Trierer Kollege unterstrich das ausdrückliche Lob von Prof. Sanders für die Synode: „Da hat eine binnenkirchliche Veranstaltung der ganzen Kirche klargemacht, dass Kirche keine binnenkirchliche Veranstaltung ist.“ Und ein Pastoralreferent aus der Eifel fasste seinen Eindruck so zusammen: „Mich an der Umsetzung der Synodenbeschlüsse zu beteiligen, ist eine echte Zumutung; das Unterfangen könnte ja auch scheitern. Mich ermutigt aber die Hoffnung, dass dieses Wagnis letztlich sicherer ist als das Zaudern und die Vorsicht, die alles bewahren will.“

Bischof und Generalvikar sagten zu, dass die Umsetzung der Synodenbeschlüsse auch weiterhin in möglichst großer Transparenz und breiter Beteiligung des ganzen Bistums und der vor Ort jeweils Betroffenen stattfinden soll. Damit reagierten sie auch auf mehrfach geäußerte Wünsche aus der Versammlung. Auf breite Zustimmung stieß Natascha Rosellen mit zwei Fragen, die sie sozusagen dem ganzen Bistum auf den Weg mitgab: Wie können wir in Demut loslassen und uns nicht so wichtig nehmen? Und:  Wie können wir aufhören, die Leute davon abzuhalten, sich aktiv einzubringen?

Neue SprecherInnenGruppe: Ex-Synodaler als "Vorstands-"Mitglied

Die Mitgliederversammlung des Berufsverbandes der Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten (bvpr) schloss sich an die Jahrestagung an. Auch auf ihrer Tagesordnung stand der weitere Weg des Bistums nach der Synode und der Beitrag dieser pastoralen Berufsgruppe. Sie wird ihn gemeinsam mit den Gemeindereferentinnen und Diakonen und Priestern und vor allem mit den vielen ehrenamtlich Engagierten gehen.

Der bvpr wählte auch die Hälfte seiner Sprecherinnen- und Sprechergruppe (Vorstand) neu. Der Ex-Synodale Thomas Ascher (Dekanatsreferent in Dillingen) wurde neu gewählt; das versteht der Verband auch als Zeichen der engen Verbindung der Berufsgruppe mit der Synode. Wiedergewählt wurde Roland Hinzmann (Schweich - Welschbillig). Mechthild Peters (Koblenz) und Sandra Jungbluth (Simmern - Kastellaun) sind weiter im Amt.

Informationen zur Synode auf www.herausgerufen.bistum-trier.de